Wie verkraftet mein Unternehmen die Zölle auf US-amerikanische Exporte?

Die US-amerikanische Regierung verknüpft sehr direkt politische Forderungen mit Mitteln der Handelspolitik.

Deutschland ist Exportland von Industriegütern, insbesondere aus der Automobil-, der Chemie- und der Pharmaindustrie. Deshalb werden die von der US-amerikanischen Regierung durchgesetzten Zölle auf den Import von Waren aus Europa die deutsche Wirtschaft in besonderem Maße belasten.

Wenn Sie in die USA exportieren, werden Sie Margenverluste verkraften müssen, unabhängig davon, ob Sie weiterhin liefern oder die Lieferungen einstellen werden.

Sie mögen sich in Sicherheit wägen, weil Ihr Unternehmen keine US-Exporte durchführt. Möglicherweise sind einige Ihrer Kunden aber US-Exporteure und werden in wirtschaftliche Schwierigkeiten gelangen. Prüfen Sie, wie weit sich aus solchen Kundenbeziehungen für Ihr Unternehmen Absatzrisiken ergeben können. Vielleicht sind maßgebliche Lieferanten US-Exporteure, die nun mit Herausforderungen zu kämpfen haben. Können Sie ausschließen, dass Ihre Lieferanten diese Hürde überstehen werden?

Aus dieser neuen Situation ergeben sich folgende Aufgabenpakete:

  1. Versuchen Sie, mit Ihren US-amerikanischen Kunden zu vereinbaren, sich die Zolllast zu teilen. Je weniger austauschbar Ihre Marktleistungen für Ihre amerikanischen Kunden sind, desto größer sind Ihre Chancen, dass Sie eine solche Vereinbarung durchsetzen können.
  2. Sollten Sie keine Vereinbarung mit Ihren US-amerikanischen Kunden erzielen können, prüfen Sie Ihre Verträge mit diesen Kunden daraufhin, ob Sie Ihre Lieferungen ggf. einstellen können.
  3. Prüfen Sie, ob wichtige Lieferanten wegen der neuen Zollbestimmungen in Schwierigkeiten geraten könnten und suchen Sie ggf. rechtzeitig nach alternativen Beschaffungsquellen. Betrachten Sie einen gewissen Aufpreis als Sicherheitsprämie.
  4. Suchen Sie nach wirksamen Maßnahmen, um Ihre operative Effizienz zügig maßgeblich zu steigern, um trotz erhöhter Zölle für US-Exporte wettbewerbsfähig und profitabel zu bleiben. Sie sind der Auffassung, dass sich nichts mehr herausholen lässt? Unsere Erfahrung ist, dass sich die Kosten und die Durchlaufzeiten in jedem Unternehmen ohne Qualitätseinbuße spürbar senken lassen. Die größten Potenziale liegen in der Qualität der Zusammenarbeit der Abteilungen, also im Schnittstellen-Management, und in der Orientierung aller Aktivitäten am Unternehmensziel.
  5. Suchen Sie systematisch nach neuen Absatzmärkten, die Ihre US-Geschäfte ggf. ersetzen können. Gefragt sind ein straffes Business Development, einschließlich eines strategisch auf die Zielmärkte ausgerichteten Produktmanagements, eines schlagkräftigen Vertriebs und eines Vertriebs-Controllings. Auch das „Backend“ Ihres Unternehmens, bestehend aus der Auftragsabwicklung, der Logistik und des Aftersales-Service, müssen zügig auf die Zielmärkte abgestimmt werden.
  6. Schaffen Sie Liquiditätsreserven durch ein Working-Capital-Optimierung und/oder durch zusätzliche externe Finanzierung, um eine mögliche Engpassphase zu überstehen.
  7. Es lohnt sich auch, relevante Lieferanten aus Ländern zu identifizieren, deren Marktleistungen die US-Regierung mit deutlich höheren Zöllen belegt. Gegebenenfalls können Unternehmen mit Standorten in Hochlohnländern und teurerer Energie durch die aktuelle US-amerikanische Zollpolitik wettbewerbsfähiger in die USA exportieren als südostasiatische Unternehmen. Hieraus ergeben sich für Anbieter mit Standorten in Hochlohnländern neue Chancen!

Gern helfen wir Ihnen in allen sieben Aufgabenbereichen in dieser besonderen Situation.