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Bundesregierung spricht die Realität der abnehmenden Wirtschaftsdynamik klar aus

21.03.2019, Boysen Consulting erstellt von Dr. Werner Boysen

Nach deutlichen Korrekturen der Prognosen der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute IWF, DIW, IfW, RWI, Ifo, IWH und analogen Aussagen der OECD haben gestern auch die Wirtschaftsweisen ihre Erwartungen an das deutsche Wirtschaftswachstum halbiert und bestätigen damit die aktuellen Erwartungen der Bundesregierung.

Das schwache Wachstum in Deutschland ist unter anderem eine Reaktion auf das gebremste Wachstum der europäischen Wirtschaft. Der Euroraum ist ja Deutschlands wichtigster Exportmarkt. Während für den Euroraum noch 1,2% Wachstum erwartet werden, liegt die Prognose der Experten aktuell nur noch bei 0,8%.

Kern dieser Entwicklung ist das deutlich abgeschwächte europäische Exportvolumen in Länder außerhalb des Euroraums. Als Ursache für den gebremsten Handel auf den Weltmärkten werden von den Experten vor allem die von den USA ausgehenden Handelskonflikte angeführt. Lösungen dafür sind (noch) nicht in Sicht.

Mit abnehmender Nachfrage wird sich auf den Exportmärkten die Anbieterstruktur voraussichtlich verschieben. Anbieter mit belastbaren Kundenbeziehungen und Vorort-Präsenz werden sich durchsetzen, während sich der Absatz für die anderen um ein Vielfaches des Nachfrageeinbruchs reduzieren wird.

Meine Einschätzung:

Große Players mit globalen Strukturen spielen ihre bestehenden Präsenzvorteile jetzt aus. Kleinere Unternehmen können ihre typischen Präsenzdefizite durch den raschen Einsatz relevanter und engagierter Vor-Ort-Handelsvertretungen ausgleichen, die wiederum von Unternehmensseite top unterstützt werden müssen. Entsprechende Kontakte, Kapazitäten und Fähigkeiten sollten sie zügig aufbauen. Andernfalls würden sie dazu gezwungen, den Global-Players zuzuarbeiten und damit „ins zweite Glied“ zu rücken, oder ihren Organisationen eine strukturelle und kaum reversible Schrumpfung zu verordnen.